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Berlin ist Europas Open-Air-Galerie: Mehr als 450 Murals, Paste-ups und Graffiti-Wände sind in der Berlin ArtWalk Datenbank kartiert (Stand: Juli 2026), verteilt über alle 12 Bezirke. Die wichtigsten Stationen: die East Side Gallery, Victor Ashs Astronaut/Cosmonaut, BLUs Pink Man, das Urban Nation Museum, die legale Wand im Mauerpark und die bemalten Ruinen des Teufelsbergs — alle im Folgenden, mit Adressen und Künstler:innen.
Die Szene hat tiefe Wurzeln. Graffiti kam Ende der 1970er mit der New Yorker Welle nach West-Berlin, und die Westseite der Mauer wurde zu einer der größten Leinwände der Welt. Nach der Wiedervereinigung eroberte die Wandmalerei Block für Block den Osten — und seit 2017 hat die Stadt ein eigenes Museum für die Bewegung. Hier sind die Werke und Orte, die sie prägen.
East Side Gallery: die längste Open-Air-Galerie der Welt

1990 bemalten 118 Künstler:innen aus 21 Ländern die Ostseite eines 1,3 Kilometer langen Mauerabschnitts an der Mühlenstraße in Friedrichshain. Entstanden ist die längste Open-Air-Galerie der Welt — mit Ikonen wie Dmitri Vrubels „Bruderkuss“ und Birgit Kinders Trabi, der die Mauer durchbricht. Mahnmal und Mural-Meile zugleich.
Astronaut/Cosmonaut von Victor Ash (Kreuzberg)

Victor Ash malte den 22 mal 14 Meter großen Astronauten 2007 für das Projekt „Backjumps – The Live Issue“ am Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Das Schwarz-Weiß-Mural im Stencil-Stil an der Brandwand Oranienstraße 195 spielt mit dem Wettlauf ins All des Kalten Krieges — und ist heute wohl das meistfotografierte Wandbild Berlins.
Pink Man (Leviathan) von BLU (Oberbaumbrücke)

An der Brandwand Falckensteinstraße 47, wenige Schritte von der Oberbaumbrücke, malte der italienische Künstler BLU eine riesige Figur aus hunderten rosafarbener Körper. Wer genau hinsieht, erkennt: Der „Pink Man“ löst sich in der Menge auf, die ihn formt — ein Kommentar zu Masse und Individuum, der auf dem Weg zwischen Kreuzberg und Friedrichshain einen langen Blick lohnt.
Urban Nation: Berlins Street-Art-Museum (Schöneberg)

Das Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art eröffnete 2017 an der Bülowstraße, der Eintritt ist frei (montags geschlossen; aktuelle Öffnungszeiten vorab prüfen). Die Fassade ist selbst ein wechselndes Kunstwerk, und die umliegenden Blocks in Schöneberg wirken wie ein permanentes Mural-Festival — schon vor dem Museumsbesuch eine Stunde wert.
Mauerpark: die legale Wand für alle (Prenzlauer Berg)

Ein erhaltenes Stück der Hinterlandmauer im Mauerpark ist heute eine offizielle legale Graffiti-Wand: Jede:r darf malen, die Fläche wechselt fast täglich. Am besten sonntags kommen — dann gibt es das volle Berlin-Paket: Flohmarkt, Open-Air-Karaoke und Künstler:innen bei der Arbeit auf dem ehemaligen Todesstreifen.
Teufelsberg: eine Abhörstation voller Murals (Grunewald)

Die ehemalige US-Abhörstation auf dem Teufelsberg ist heute eine der größten Street-Art-Galerien Europas — Radarkuppeln und Baracken sind mit hunderten Werken bedeckt. Ein Highlight: Nina Valkhoffs 12 mal 9 Meter großer „Tiger“, gemalt im März 2024 für das von Peter Lorenz kuratierte Festival „Power of Female Art“. Der Eintritt ist kostenpflichtig — am besten als Halbtagesausflug in den Grunewald planen.
Nature Morte von ROA (Görlitzer Bahnhof)

Der belgische Künstler ROA malte „Nature Morte“ 2011 für die Ausstellung „Transit“, organisiert von der Galerie Skalitzers Contemporary Art. Seine monochromen Tiere — irgendwo zwischen Schlaf und Tod — hängen über dem Eingang des U-Bahnhofs Görlitzer Bahnhof und stimmen auf das dichte Street-Art-Revier im östlichen Kreuzberg ein.
As Long As You Are Standing von Herakut, Onur & Wes (Moabit)

In der Stromstraße 36 in Moabit ragen ein Junge und ein Elefant über die Straße, daneben ein Satz auf Englisch, Türkisch und Deutsch: „Solange du aufrecht stehst, reich denen die Hand, die gefallen sind.“ Gemalt von Onur, Wes und dem Duo Herakut zeigt das Werk, was Berlins Murals am besten können: aus einer grauen Brandwand das Gewissen eines Kiezes machen.
Berlins Urban Art an ein bis zwei Tagen sehen
- Nach Kiez bündeln: East Side Gallery, Oberbaumbrücke und Ost-Kreuzberg (Pink Man, ROA, Astronaut/Cosmonaut) ergeben einen durchgehenden Spaziergang von rund zwei Stunden.
- Urban Nation mit den Murals rund um die Bülowstraße kombinieren; den Teufelsberg als eigenen Halbtagesausflug planen.
- Hingehen, bevor es weg ist: Brandwände werden saniert, legale Wände wöchentlich übermalt — vorher die Live-Karte checken.
- Die Route in Berlin ArtWalk bauen (kostenlos, iOS und Android): Stopps wählen und einen KI-Rundgang mit Distanz und Dauer erhalten — inklusive Toiletten und Trinkbrunnen unterwegs.
Lass dich von der Berlin ArtWalk App inspirieren
Wo findest du die schönsten Murals Berlins? Welche Geschichten stecken hinter den Werken — und welche Künstler:innen waren beteiligt? Antworten gibt die kostenlose Berlin ArtWalk App: 450+ kartierte Werke mit Fotos und Hintergrund, KI-Rundgänge mit Route, Distanz und Dauer sowie die Galerien, Ausstellungen und Events der Stadt. Jetzt kostenlos fürs iPhone und Android herunterladen.
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